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	<title>EffJot &#187; Geotope</title>
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	<description>Geologie, Debiles, Kochen, und mehr</description>
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		<title>Falte an der Riedbergpaßstraße im Allgäu</title>
		<link>http://blog.effjot.net/2009/01/falte-an-der-riedbergpasstrase-im-allgau/</link>
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		<pubDate>Mon, 05 Jan 2009 22:54:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fj</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geologie]]></category>
		<category><![CDATA[Geotope]]></category>

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		<description><![CDATA[An der Riedbergpaßstraße unweit von Obermaiselstein im Allgäu (Südbayern) ist eine Falte im Flysch nicht nur sehr schön aufgeschlossen, sondern auch noch gut zu erreichen – direkt an der Straße, inklusive rudimentärer (und nicht-offizieller) &#8222;Parkbucht&#8220;.  (Mehr zur Lage im entsprechenden Abschnitt unten.)
Leider hatte ich letzten Sommer nur wenig Zeit, die Falte ordentlich zu fotografieren, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>An der Riedbergpaßstraße unweit von Obermaiselstein im Allgäu (Südbayern) ist eine Falte im Flysch nicht nur sehr schön aufgeschlossen, sondern auch noch gut zu erreichen – direkt an der Straße, inklusive rudimentärer (und nicht-offizieller) &bdquo;Parkbucht&ldquo;.  (Mehr zur Lage im <a href="#lage">entsprechenden Abschnitt</a> unten.)</p>
<div id="attachment_575" class="wp-caption alignleft" style="width: 490px"><a href="http://blog.effjot.net/wp-content/uploads/2009/01/falte-riedbergpass-totale.jpg"><img class="size-large wp-image-575" title="falte-riedbergpass-totale" src="http://blog.effjot.net/wp-content/uploads/2009/01/falte-riedbergpass-totale-480x265.jpg" alt="Falte am Riedbergpaß, Gesamtansicht" width="480" height="265" /></a><p class="wp-caption-text">Falte am Riedbergpaß, Gesamtansicht.</p></div>
<div id="attachment_580" class="wp-caption alignleft" style="width: 490px"><a href="http://blog.effjot.net/wp-content/uploads/2009/01/falte-riedbergpass-detail.jpg"><img class="size-large wp-image-580" title="falte-riedbergpass-detail" src="http://blog.effjot.net/wp-content/uploads/2009/01/falte-riedbergpass-detail-480x289.jpg" alt="Falte am Riedbergpaß, Detailansicht" width="480" height="289" /></a><p class="wp-caption-text">Falte am Riedbergpaß, Detailansicht (links des Verkehrsschilds). Länge des Meterstabs: 1&nbsp;m.</p></div>
<p>Leider hatte ich letzten Sommer nur wenig Zeit, die Falte ordentlich zu fotografieren, und die Bilder haben sich nicht so schön zu &bdquo;Panoramas&ldquo; zusammenfügen lassen.  (Darum auch die weißen Aussparungen.)</p>
<p><span id="more-571"></span></p>
<h4>Etwas Hintergrund zur Geologie</h4>
<p>Hier sind die im wesentlichen aus Ton- bzw. Mergelstein bestehenden Ofterschwanger Schichten des Rhenodanubischen Flyschs aufgeschlossen, die im Alb bis Cenoman abgelagert wurden.  Ende des Paläogens überfuhren die Flyschdecken von Süden her das nördlich gelegene, ebenfalls in der Kreide und im Paläogen gebildete Helvetikum.  (Auf diesen Deckenstapel wurden wiederum die noch weiter südlich gebildeten kalkalpinen Decken überschoben.)  Dabei entstand dann auch diese nordvergente Falte.</p>
<p>Im Gebiet von Ifen, Besler, Schwarzenberg liegt das Helvetikum bereits frei. Der Aufschluß liegt knapp nördlich der Grenze zwischen Helvetikum und Flysch:</p>
<div class="wp-caption alignnone"><img title="Geologische Karte zur Falte am Riedbergpaß" src="http://blog.effjot.net/wp-content/uploads/2009/01/gk-falte-riedbergpas-erganzt.png" alt="Geologische Karte zur Falte am Riedbergpaß" width="486" height="486" /></p>
<p class="wp-caption-text">Geologische Karte zur Falte am Riedbergpaß (<a href="http://www.lfu.bayern.de/geologie/fachinformationen/geotoprecherche/doc/780a006.pdf">LfU Bayern</a><sup>1</sup>, in der Karte fehlende Symbole ergänzt).<br />
fo&nbsp;= Rhenodanubischer Flysch: Untere Bunte Mergel bzw. Ofterschwanger Schichten bis Anthering-Formation &ndash; Ton-, Schluff-, Mergel- und Sandstein, lokal Konglomerat, Kalkstein.<br />
ff&nbsp;= Feuerstätter Flysch &ndash; Ton-, Schluff-, Mergel- und Sandstein, lokal Konglomerat und Breccie, mit Kalkstein und basischen Vulkaniten.<br />
hm&nbsp;= Schrattenkalk bis Garschella-Formation &ndash; Kalk- und Sandstein, z.T. Mergelstein.<br />
ho&nbsp;= Seewer Kalk bis Hachauer Schichten &ndash; Mergel- und Kalkstein, abschnittweise Sandstein.<br />
W&nbsp;= Jungmoräne (würmzeitlich) mit Endmoränenzügen, z.T. mit Vorstoßschotter &ndash; Kies, sandig bis tonig-schluffig.<br />
WG&nbsp;= Schotter, würmzeitlich &ndash; Kies, sandig.
</div>
<p style="margin-top: 3ex;">Der zeitliche Ablauf der Sedimentation der im Umfeld vertretenen Schichten stellt sich folgendermaßen dar (nördlich gelegene Sedimentationsbereiche links, südliche rechts; in Klammern die entsprechenden Symbole der geologischen Karte):</p>
<table style="font-size: 90%; text-align: left;" border="0">
<tbody>
<tr>
<td class="oligocene">Oligozän</td>
<td />
<td colspan="3">Überschiebung der Flyschdecken auf das Helvetikum</td>
</tr>
<tr>
<td class="eocene">Eozän</td>
<td />
<td />
<td style="border-left: medium solid black;" rowspan="3">Feuerstätter Flysch (ff)</td>
<td /></tr>
<tr>
<td class="paleocene">Paläozän</td>
<td />
<td />
<td style="border-left: medium solid black;" rowspan="6">Rheno&shy;danubischer Flysch (fo)</td>
</tr>
<tr>
<td class="upper-cretaceous" rowspan="6">Oberkreide</td>
<td class="maastrichtian">Maastricht</td>
<td style="border-left: medium solid black;" rowspan="5">Seewerkalk, Leistmergel, Wang&shy;schichten (ho)</td>
</tr>
<tr>
<td class="campanian">Campan</td>
<td /></tr>
<tr>
<td class="santonian">Santon</td>
<td /></tr>
<tr>
<td class="coniacian">Coniac</td>
<td /></tr>
<tr>
<td class="turonian">Turon</td>
<td /></tr>
<tr>
<td class="cenomanian">Cenoman</td>
<td style="border-left: medium solid black;" rowspan="4">Garschella- Formation, Schrattenkalk (hm)</td>
<td />
<td style="border-left: medium solid black; background: #ebedef" rowspan="2">Ofterschwanger Schichten (unterster Teil von fo)</td>
</tr>
<tr>
<td class="lower-cretaceous" rowspan="3">Unterkreide</td>
<td class="albian">Alb</td>
<td /></tr>
<tr>
<td class="aptian">Apt</td>
<td />
<td /></tr>
<tr>
<td class="barremian">Barr&ecirc;me</td>
<td />
<td /></tr>
</tbody>
</table>
<p style="margin-top: 3ex;">Dies ist &ndash; schematisch dargestellt &ndash; die heutige Situation, nach Deckenüberschiebungen, Faltung und Freilegung des Helvetikums:</p>
<div id="attachment_583" class="wp-caption alignnone" style="width: 545px"><img class="size-full wp-image-583" title="blockbild-allgaeuer-alpen-pos-falte-riedbergpass" src="http://blog.effjot.net/wp-content/uploads/2009/01/blockbild-allgaeuer-alpen-pos-falte-riedbergpass.png" alt="Blockbild der Allgäuer Alpen (Scholz, 1995). KA&nbsp;= Kalkalpin, F&nbsp;= Flysch, H&nbsp;= Helvetikum, M&nbsp;= Molasse." width="535" height="468" /><p class="wp-caption-text">Blockbild der Allgäuer Alpen (aus Scholz, 1995). Norden ist links.<br />
KA&nbsp;= Kalkalpin, F&nbsp;= Flysch, H&nbsp;= Helvetikum, M&nbsp;= Molasse.</p></div>
<h4>Hangstabilität</h4>
<p>Wie man in diesem Bild schön sieht, fallen die tonig-mergeligen Flyschschichten hangparallel ein.  In Verbindung mit den nassen Verhältnissen ist nachzuvollziehen, daß am Riedbergpaß immer irgendwo geflickt werden muß, weil die Straße langsam hangabwärts sackt.  (Siehe dazu auch einen <a href="http://www.allgaeuer-anzeigeblatt.de/index.shtml?artikelarchiv_2008&#038;press=0000010874">Artikel</a> im Allgäuer Anzeigeblatt vom 23.09.2008.) </p>
<div id="attachment_651" class="wp-caption alignnone" style="width: 490px"><a href="http://blog.effjot.net/wp-content/uploads/2009/01/falte-riedbergpass-hang.jpg"><img src="http://blog.effjot.net/wp-content/uploads/2009/01/falte-riedbergpass-hang-480x640.jpg" alt="Hang rechts des oben gezeigten Aufschlusses." title="falte-riedbergpass-hang" width="480" height="640" class="size-medium wp-image-651" /></a><p class="wp-caption-text">Hang rechts des oben gezeigten Aufschlusses.</p></div>
<h4 id="lage">Lage und Anfahrt</h4>
<p>Der Eintrag im Bayerischen Geotopkataster (Nummer <a href="hhttp://www.lfu.bayern.de/geologie/fachinformationen/geotoprecherche/doc/780a006.pdf">780A006</a>) enthält einen Ausschnitt aus der topographischen Karte<sup>2</sup>.  Hier noch &ndash; etwas interaktiver &ndash; die Lage des Aufschlusses in Google Maps:</p>
<div class="wp_geo_map" id="wp_geo_map_571" style="width:100%; height:360px;"></div>
<p>Wenn man von Obermaiselstein in Richtung Balderschwang fährt, kommt man zunächst durch einen kurzen Tunnel, quert kurz darauf die Schönberger Ach und kommt dann an die erste Steigung der Paßstraße.  Der Aufschluß liegt in einer leichten Linkskurve; kurz vorher befindet sich auf der linken Straßenseite ein kleiner Ausweicher bzw. Parkbucht.</p>
<p>Man kann zu Fuß auch recht gut vom Großen Herrenberg zum Riedbergpaß runtergehen und kommt über eine Fußgängerbrücke knapp 300m unterhalb des Aufschlusses auf die Paßstraße.  Bitte auf den Verkehr achten, es gibt keinen Gehweg, und manche Autos fahren wie die Henker.</p>
<hr />
<p><small>Literatur:<br />
Scholz, Herbert (1995): Bau und Werden der Allgäuer Landschaft. Schweizerbart.</small></p>
<hr style="height: 1px; width: 8em; margin-top: 3.5ex; background-color: grey; border-style: none; text-align: left; margin-left: 0;" /><ol class="footnotes"><li id="footnote_0_571" class="footnote">Die alte Webseite, von der ich die Grafiken habe, gibt es nicht mehr. In den aktuellen PDF-Versionen ist die Qualität leider etwas unbefriedigend.</li><li id="footnote_1_571" class="footnote">Wie bereits erwähnt, inzwischen in scheußlicher Qualität.</li></ol><img src="http://blog.effjot.net/?ak_action=api_record_view&id=571&type=feed" alt="" />]]></content:encoded>
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