Kurze Filme. Lange Nacht.

Symbolfoto.

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Dieses Mal hat es noch nicht so recht geklappt mit Filmfestival besuchen. Aber die lange Nacht der kurzen Filme wollte ich mir doch nicht entgehen lassen.

Das vorausgehende lange Warten vor dem Saal in der Stadthalle stand wohl unter dem Motto „Upscaling the Weltspiegel“ – in dem wohl dreimal so großen Foyer ging genausowenig voran, wie man es von früher gewohnt war. Nur eben mit deutlich mehr Leuten. Schon beachtlich, wie das Festival inzwischen gewachsen ist.

Der erste Film1 (aus Russland) hat mir sehr gut gefallen, obwohl ich offensichtlich den Subtext überhaupt nicht mitbekommen habe – wie mir auffiel als hinterher im Gespräch Namen wie Tschechow oder Beckett fielen. Godots Rolle haben wohl die 50 ukrainischen Meeressynchronschwimmerinnen (oder auch das Meer selbst) übernommen. Und auch das Erscheinen eines georgischen Chors in russischem Umfeld ist mir nicht als solches aufgefallen. Aber trotz meiner geradezu naiven Arglosigkeit konnte ich den Film sehr genießen.

Sehr unterhaltsam war auch der heimliche Kampf des eines vergessenen Bewohners (oder Besetzers?) eines alten Hauses gegen die Arbeiter, die Sprengladungen installieren und zünden wollen. Er träumt vom Eislaufen und hat in einem Zimmer ein Planschbecken mit Wasser gefüllt und rundrum offene Kühlschränke aufgebaut, aber leider wollte das Wasser nicht gefrieren. 2 Trotz fanatasievoller Sabotageakte rücken ihm die Sprengleute immer näher auf den Leib.

Aus Rumänien gab es einen schön gemachten “Feel-good movie” als angenehmen Kontrast zu manchen etwas schwer zu durchschauenden Werken.

Bei den anschließenden Gesprächen zeigten sich auch ein paar interessante Kombinationen: Der letzte Film im ersten Teil war eine polnische Produktion von einem Deutschen, der sich als polnischer Filmemacher sieht. Und der Regisseur des vorletzten Films im zweiten Teil ist professioneller Eiskunstläufer.

Das schlimme an der Veranstaltung ist, daß gegen Ende (und es dauerte schon etwas länger als geplant, wegen der üblichen Verzögerungen und Mißgeschicke) sich doch die Müdigkeit heranpirscht, was sich mit manchen „komplizierteren“ Filmen nicht so recht verträgt. 😉 Außerdem habe ich hinterher einen großen Klumpen Impressionen im Kopf, und weiß dann gar nicht mehr so recht, was ich nun alles gesehen habe bzw. zu welchen Filmen das gehörte.


  1. Leider weiß ich den Namen nicht mehr, und ich habe noch kein Programm der Kurzfilmnacht finden können. []
  2. Thermodynamiker scheint der Gute also nicht gewesen zu sein. []

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