Nur wenige überraschende Erkenntnisse durch Wahlunterstützungssysteme

Für die anstehende Bundestagswahl stehen seit einiger Zeit diverse „Wahl-Entscheidungsunterstützungssysteme“ bereit. Nebst dem bekannten Wahl-O-Mat der bpb habe ich noch den Wahlthesen-Test der Süddeutschen Zeitung, das Wahlnavi von Deutsch Plus und Migazin, den Direktkandidatencheck von Abgeordnetenwatch und Spiegel, und „Wen Wählen?“ vom FiTUG ausprobiert. Die meisten habe ich zweimal benutzt – vor einiger Zeit (Ende August, Anfang September) und die letzten Tage nochmal. Bei manchen konnte man Fragen stärker gewichten, dabei habe ich manchmal zwei Varianten durchgespielt. Ein ärgerliches Problem bei allen diesen Seiten (außer „Wen wählen?“, mit Einschränkungen) ist, daß man sein Ergebnis (und die zugrundeliegenden Antworten) nicht abspeichern kann. Das macht Vergleiche schwierig.

Nun mal ohne viele Kommentare ein Blick auf die Ergebnisse, die mich zwar manchmal überrascht, aber meist auch bestätigt haben.

Wahl-O-Mat

Der Klassiker. Man kann immer nur acht Parteien vergleichen, darum je zwei Bilder mit den gängigen und ein paar abstrusen Parteien. Was mich immer ein wenig ängstigt ist die PBC, die noch deutlich vor CDU rangiert. Ende August sah’s so aus:

Ergebnisse Wahl-O-Mat 29.08.13

Ergebnisse Wahl-O-Mat 29.08.13

Weitere Ergebnisse Wahl-O-Mat 29.08.13

Weitere Ergebnisse Wahl-O-Mat 29.08.13

Und vorgestern so:

Ergebnisse Wahl-O-Mat 16.09.13

Ergebnisse Wahl-O-Mat 16.09.13

Weitere Ergebnisse Wahl-O-Mat 16.09.13

Weitere Ergebnisse Wahl-O-Mat 16.09.13

Im Vergeich dazu das Diagramm von 2009:

Ergebnisse Wahl-O-Mat 2009.

Ergebnisse Wahl-O-Mat 2009.

WahlNavi

Im Test von Migazin und Deutsch Plus e.V. geht es vor allem um Integration und Migration. Das Ergebnis vom Ende August hatte ich vergessen zu speichern, mir wären zum aktuellen Diagramm keine großen Unterschiede aufgefallen:

Ergebnisse WahlNavi 16.09.13.

Ergebnisse WahlNavi 16.09.13.

Wahlthesen-Test Süddeutsche Zeitung

Beim ersten Mal hab ich noch mit der Wichtung rumgespielt (als eine Art Sensitivitätsanalyse).

Ergebnisse SZ Wahlthesen-Test 28.08.13.

Ergebnisse SZ Wahlthesen-Test 28.08.13.

Ergebnisse SZ Wahlthesen-Test 28.08.13, andere Wichtung.

Ergebnisse SZ Wahlthesen-Test 28.08.13, andere Wichtung.

Die aktuelle Wiederholung zeigt kaum Unterschiede.

Ergebnisse SZ Wahlthesen-Test 17.09.13

Ergebnisse SZ Wahlthesen-Test 17.09.13

Wen wählen?

Hier scheint mir ein stärkerer Fokus auf eher „piratigen“ Themen wie Transparenz, Internet, Grundrechte zu liegen. Das ist angesichts der Autoren aber auch nicht ganz überraschend. Die Seite hatte ich nur heute ausprobiert; beim ersten Durchgang hab ich sie schlicht vergessen, obwohl ich zur letzten Bundestagswahl dazu gebloggt hatte. Der Test zeigt sowohl die Übereinstimmungen mit den Parteien als auch mit den Direktkandidaten.

Ergebnisse Parteien – Wen wählen? 17.09.13

Ergebnisse Parteien – Wen wählen? 17.09.13

Ergebnisse Kandidaten – Wen wählen? 17.09.13

Ergebnisse Kandidaten – Wen wählen? 17.09.13

Die Ergebnisse von 2009 hab ich auch verbloggt.

Kandidatencheck

Nur Direktkandidaten zeigt der Kandidatencheck von Abgeordnetenwatch, und auch nur als Liste ohne fetziges Balkendiagramm. Darum hatte ich die Ergebnisse als PDF abgespeichert, und beim ersten Durchgang am 23.08.13 auch gleich Mist gebaut, weswegen die meisten Informationen flöten gegangen sind:

  1. Wolfgang Renner (GRÜNE): 16/24
  2. Sascha Kahle (Piratenpartei): 14/24
  3. Wolfgang Neškovic (Einzelbewerber) [Zahl – und restliche Kandidaten – leider verlorengegangen]

Heute kam etwas leicht anderes raus:

  1. Wolfgang Renner (GRÜNE): 18/24
  2. Wolfgang Neškovic (Einzelbewerber): 17/24
  3. Birgit Wöllert (DIE LINKE): 17/24
  4. Sascha Kahle (Piratenpartei): 16/24
  5. Lars Krause (Die PARTEI): 15/24
  6. Ronny Zasowk (NPD): 14/24
  7. Ulrich Freese (SPD): 12/24
  8. Prof. Dr.-Ing. Martin Neumann (FDP): 9/24
  9. Klaus-Peter Schulze (CDU): 6/24

Fazit

Trotz einer gewissen Variabilität zeigt sich doch eine konsistente Wertung. An der Spitze Grüne, Linke (wo ich die doch gar nicht so recht mag), Piraten und manchmal Die Partei; bei den Direktkandidaten kommt noch der unabhängige Wolfgang Nešković dazu. Gleich danach die SPD, gefolgt von einem unstrukturiertem Mittelfelt aus FDP, NPD und anderem Gesocks; Freie Wähler, AfD usw. Den Bodensatz bildet die CDU und CSU. (Gut daß ich letztere nicht wählen kann.)

Ich find’s immer noch komisch, daß so Verrückte wie PBC, NPD, FDP noch recht gute Übereinstimmung haben. Aber vielleich fehlt bei denen eine sorgfältige Kalibrierung von Außenwirkung zu Inhalten.

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